Die Tischtennis-Abteilung des Suchsdorfer Sportvereins

Nachdem wir in der letzten Ausgabe der „Suchsdorf News” (Nr. 4/20 – September/Oktober) von der Fußball- und der Tennissparte des Suchsdorfer SV berichtet haben, soll nun von der Tischtennis-Abteilung die Rede sein. Zwölf Jahre lang hatte es diese Sport­art im SSV nicht mehr gegeben.

Seit Januar hat das Warten aber nun ein Ende. Jeweils montags und freitags von 19.30 Uhr bis 22.00 Uhr wird wieder an insgesamt sechs Platten in der alten Sporthalle der Grundschule Suchsdorf im Schulweg 5 gespielt. Anlass für die Gründung der Sparte war eine Initiative der heutigen Doppelspitze in der Leitung der Abteilung, Hauke Kretschmann uund Alexander Frankenstein. Beide wohnen in Suchsdorf und kamen im Herbst 2019 spontan auf die Idee, diesen Sport wieder aufleben zu lassen.

Von Beginn der Corona-Epidemie (Mitte März) an bis Anfang Juni war Vereinssport untersagt, ebenso wie auch Fitness-Studios geschlossen waren. Die Pandemie führte auch zu einer Renaissance des Tischtennis-Sports: Die Fachgeschäfte für Sportartikel konnten der sprunghaft gestiegenen Nachfrage nach transportablen Tischtennis-Platten kaum noch nachkommen.

Fest installierte Platten aus Beton oder Stahl findet man dagegen schon seit Langem auf nahezu jedem Schulhof und Spielplatz. Binnen Kurzem kletterte die Zahl der Mitglieder in der TT-Sparte des SSV auf inzwischen bereits 30. Die Altersspanne liegt zwischen 18 und 85 Jahren. Den Kern bilden die Spieler im Alter zwischen 30 und 50 Jahren. Auch Punktspiele finden mittlerweile wie­der statt, und zwar auf Kreisebene mit zwei Mannschaften im Einzel und Doppel.

Aufgrund der Corona-Krise wird nur die Hinrunde gespielt, während gemäß Beschluss des Kreisverbandes auf die Rückrunde verzichtet wird. Den Hauptakzent legt man beim SSV nun auf die Förderung des Nachwuchses. Das Interesse von Kindern und Jugendlichen ist beeindruckend. Geplant ist daher die Einrichtung einer Jugendabteilung. Dies alles mag auch daran liegen, dass Tischtennis gerade in Deutschland auf eine große Tradition zurückblicken kann und bei uns seit eh und je sehr beliebt und populär ist.

Die Sport-Historiker sind sich nicht ganz einig, in welchem Land diese schnelle Ballsportart (die Bälle erreichen eine Geschwindigkeit bis zu 180 km/h !) ihren Ursprung hat. Dazu existieren verschiedene Mythen. Während einige Experten behaupten, Indien sei das Mutterland, beharren andere auf England als Ausgangspunkt.

Fest steht jedoch, dass Tischtennis erstmals Ende des 19. Jahrhunderts dort schriftlich erwähnt wurde. In England entwickelte sich das Spiel vom „normalen” Tennis und wurde zunächst vorwiegend vom Adel im Freien gespielt. Wegen des berühmten britischen Regenwetters verlegte man das Spiel später in die eigene Wohnung bzw. in öffentliche Spielhallen. Zunächst verwendete man einen Gummiball mit Flanellüberzug und eine Kugel aus Kork.

Heute bestehen die Bälle ausnahmslos aus Celluloid. Als Schläger dienten Federballrackets, Bücher oder auch Bratpfannen.

Wegen der Geräusche des Balles beim Aufprall auf die Platte und den Schläger bürgerte sich zunächst die umgangssprachliche Bezeichnung „Ping Pong” ein, die später durch Table Tennis bzw. Tischtennis ersetzt wurde.

Um 1900 gelangte die Sportart nach Japan und anschließend nach China, wo sie ihren Siegeszug feierte. In China avancierte Tischtennis zum unumstrittenen Volkssport Nr.1, dem mittlerweile über zehn Millionen Vereinsspieler frönen. Aber auch die Deutschen brauchen sich im internationalen Vergleich wahrlich nicht zu verstecken. 1899 wurde die Berliner Ping-Pong-Gesellschaft gegründet, und schon 1901 fand in Hamburg-Uhlenhorst das erste Turnier auf deutschem Boden statt.

In den 1950er-Jahren sorgte Conny Freundorfer für Furore. In den Jahren 1953 bis 1961 gewann er insgesamt neunmal in Folge den Titel des Deutschen Meisters, den ersten bereits im Alter von 16 Jahren. Später folgten Eberhart Schöler und Jörg Roßkopf als Spitzenspieler.

Aktuell dominieren Dimitrij Ortcharov und vor allem der ewig junge Timo Boll. Beide sind unter den Top Ten der Weltbesten zu finden. Boll kann eine beeindruckende Zahl von Titeln auf nationaler und internationaler Ebene vorweisen.

Tischtennis gilt zwar nicht unbedingt als Nischen-Sportart, ist aber unzweifelhaft für den Zuschauer nicht besonders attraktiv. Das hat zur Folge, dass Wettkämpfe nur selten im Fernsehen übertragen werden. Dies führte zu mehreren Reformen: So wurden die Sätze von früher 21 zu erreichenden Punkten auf 11 Punkte reduziert. Die enorme Schnelligkeit des Spiels macht es dem Zuschauer außerdem schwer, es zu verfolgen. Daher hat man die Größe des Balles auf 40 mm erhöht.

Text: und Fotos: Dr. Wolfgang Kausch